Wie man schnell einen guten Text produziert

Qualität braucht Zeit. Aber Journalisten und PR-Texter haben keine. Ein Ausweg besteht darin, schneller zu schreiben. Hier steht, wie das funktioniert.

Die meisten von uns schreiben so: Den Kopf voller Informationen hämmern wir die ersten Worte unseres Textes in die Tastatur. Doch schon nach wenigen Sätzen wissen wir nicht weiter. Es hakt. Üblicherweise springen wir dann an den Textanfang zurück, lesen alles noch einmal und redigieren in dem Textfragment herum. Irgendwann gelangen wir an die Hürde, an der wir vorher verweigert haben, wuchten uns drüber – nur, um ein paar Zeilen später wieder hängenzubleiben. Diesen Zyklus durchlaufen wir immer und immer wieder. Bis endlich eine mehr oder weniger brauchbare Rohfassung vor uns liegt.

Es gibt effizientere Wege, einen guten Text zu schreiben. Das Geheimnis der Schnellschreiber: Sie zerlegen ihren Schreibprozess in mehrere Phasen.

Effizient schreibenPHASE 1: DAS ZIEL DEFINIEREN
Wenn Ihnen Ihr Text leicht von der Hand gehen soll, müssen Sie präzise wissen, was Sie sagen wollen. Und zwar, bevor Sie in die Tasten hauen! Was ist die Botschaft Ihres Textes? Interessiert das Ihre Leser überhaupt? Am besten beginnen Sie damit, diese Fragen in einem Vorspann überzeugend zu beantworten. Bringen Sie Ihr Thema in zwei, drei Sätzen auf den Punkt. Henri Nannen hätte gefordert: “Finden Sie den Küchenzuruf der Geschichte!”

PHASE 2: DEN WEG SKIZZIEREN
Wer schnell schreiben will, muss nicht nur sein Ziel kennen, sondern auch den kürzesten Weg dorthin. Legen Sie die Meilensteine Ihres Textes fest! Mit anderen Worten: Machen Sie sich eine Gliederung. Aber verzetteln Sie sich nicht dabei. Wenn Sie zu detailiert planen, sind Sie später beim Schreiben nicht offen für intuitive Einfälle. Eine Hand voll Meilensteine reichen. Mehr können weder Sie sich merken, noch Ihre Leser. Wie Sie Ihren Text aufbauen, hängt davon ab, welchen Kommunikationszweck Sie damit verfolgen. Machen Sie sich mit den Erfordernissen der verschiedenen Stilformen vertraut.

PHASE 3: RAUSROTZEN

Jetzt schreiben Sie den Text herunter. Und zwar möglichst schnell, in einem Guss und wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist. Fallen Sie sich nicht selbst ins Wort! Vergessen Sie die Schere im Kopf! Lassen Sie’s einfach fließen! Das funktioniert – wenn Sie Ihren Text in den Phasen 1 und 2 sauber geplant haben.

PHASE 4: DIE ETAPPENTECHNIK
Wenn Sie sich selbst nicht aus dem Schreibfluss reißen, besorgen das andere für Sie. Die Chefin will Sie sprechen, der Kollege telefoniert zu laut, Sie müssen aufs Klo – es gibt tausend Gründe. Widerstehen Sie in solchen Fällen der Versuchung, Ihren Text nach der Unterbrechung von A bis Z durchzulesen! Steigen Sie einfach an der Stelle wieder in den Text ein, an der Sie ausgestiegen sind. Dazu genügt es, die letzen zwei, drei Zeilen des Textes zu lesen.

PHASE 5: FEINSCHLIFF
Jetzt erst redigieren Sie Ihren Text. Sie werden überrascht sein, wie wenig zu tun bleibt. Denn wenn Sie in Phase 3 so schreiben wie Sie sprechen, formulieren Sie automatisch einfach, kraftvoll und verständlich.

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Referenzen

Dr. Matthias Alexander, F.A.Z.:
"Für die hervorragenden Fortbildungen, die Sie in unserem Hause abgehalten haben, möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Das Training der Kollegen im Verfassen von Vorspännen macht sich in der täglichen Arbeit bemerkbar: Die Texte geraten spannender und informativer als zuvor, was den Leseanreiz erhöht. Auch die Resonanz unter den Redakteurinnen und Redakteuren auf Inhalt, Form und Atmosphäre Ihrer Seminare war durchweg positiv. Ich habe Sie in anderen Ressorts der F.A.Z. schon weiter empfohlen."
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