Fünf unwiderstehliche Teaser-Typen

Vorspänne und Teaser sollen Leser und Internet-Nutzer in Texte locken. Doch wie schafft man das in drei, vier knappen Sätzen? Wer gelungene Vorspänne analysiert, stößt auf wiederkehrende Strukturprinzipien – fünf bewährte Mechanismen, dem Leser Lust auf mehr zu machen.

1: Das Nutzwertversprechen
„Pickel sind eine peinliche Pubertätsplage. Bei uns erfährst Du, was du gegen sie tun kannst.“ (bravo.de) Ratgeber-Teaser wie dieser zeigen den Lesern ein Problem, das sie umtreibt. Dann verheißen sie die Lösung.

2: Der Cliffhanger
„Der Bergsteiger Aron Ralton wandert durch die einsamen Canyons Utahs. Plötzlich trifft den jungen Mann ein Steinschlag, seine rechte Hand bleibt zwischen einem Felsblock und der Canyonwand eingeklemmt. 127 Stunden später trifft Aron die schwerste Entscheidung seines Lebens.“ (zdf.de)  Cliffhanger reißen die Geschichte an und brechen dann ab. Wer wissen will, wie’s weiterging, muss weiterlesen.

3. Die Geschichte in der Nussschale
„Im westfranzösischen Angers biss eine Frau in ein Hacksteak, als sie plötzlich etwas Hartes spürte. Sie zog einen menschlichen Zahn mit Metallkrone aus ihrem Essen.“ (welt.de)  Anders als der Cliffhanger skizziert der Nussschalen-Vorspann die ganze Geschichte. Vorsicht: Das funktioniert nur, wenn der Inhalt stark von der Alltagserfahrung der Leser abweicht.

4: Der Appetithappen:
„Guillaume Néry ist einer der Top-Stars unter den Apnoe-Tauchern. Im Interview spricht der Franzose über die riskante Jagd nach neuen Rekorden, die Kunst, acht Minuten lang die Luft anzuhalten – und über den Rausch in hundert Metern Tiefe.“ (spiegel.de)  Der Autor lässt drei Höhepunkte des Interviews aufblitzen. Diese Appetitanreger machen Lust auf mehr.

5: Das Paradoxon
„Wer scheitert gilt als Verlierer. Falsch, sagt der Buchautor Gerhard Scheucher – denn private und berufliche Rückschläge seien ein wichtiger Teil des Erfolgs. Im Interview erklärt er, wie man heiterer scheitert.“ (spiegel.de)  Teaser wie dieser konfrontieren den Leser mit einem Widerspruch, aufgelöst wird dieser erst im Haupttext.

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Referenzen

Dr. Matthias Alexander, F.A.Z.:
"Für die hervorragenden Fortbildungen, die Sie in unserem Hause abgehalten haben, möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Das Training der Kollegen im Verfassen von Vorspännen macht sich in der täglichen Arbeit bemerkbar: Die Texte geraten spannender und informativer als zuvor, was den Leseanreiz erhöht. Auch die Resonanz unter den Redakteurinnen und Redakteuren auf Inhalt, Form und Atmosphäre Ihrer Seminare war durchweg positiv. Ich habe Sie in anderen Ressorts der F.A.Z. schon weiter empfohlen."
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